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Mit eigener Schülerfirma zum Erfolg

Am Gymnasium Martino-Katharineum in Braunschweig ist das gemeinsame Sammeln ein echtes Großprojekt. 

mk:return – das steht für den großen Erfolg der Aktion Sammeldrache am Gymnasium Martino-Katharineum in Braunschweig. mk:return ist eine echte Firma mit einem Geschäftsführer sowie eigenen Abteilungen für Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Büromanagement oder Prozesse. Unternehmenszweck ist es, Wertstoffe zu sammeln und gegen Geld oder Sachleistungen einzutauschen.  In diesem Sinne werden nicht nur die Eltern der Schülerschaft angesprochen, sondern auch Firmen und Institutionen der Umgebung. „Die derzeit 15 Mitarbeiter unserer Firma – die meisten gehen in die Klassen 8 bis 10 – treffen sich jeden Freitag, um die anstehenden Aufgaben zu besprechen“, beschreibt Uta Pöhl-Weber, die das Projekt als Fachlehrerin betreut.

In der Sitzung, die der gewählte Geschäftsführer leitet, legen die Mitarbeiter die jeweils nächsten Schritte fest: Welche Firmen werden akquiriert? Wer schreibt die Briefe? Welche Kernargumente werden darin verwendet? Im Anschluss gibt die Buchhaltung einen kurzen Überblick über die Bestände an Wertstoffen und den aktuellen Stand der Grünen Umweltpunkte,  den GUP. Pöhl-Weber: „Unsere Firma funktioniert wie im richtigen Leben und ermöglicht den Schülern, wertvolle und vor allem lebensechte Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben zu sammeln.“

Denn natürlich müssen sich die Schüler wie in einem richtigen Unternehmen bewerben. Nach einer dreiwöchigen Probezeit ordnen sie sich einer Abteilung zu und unterschreiben einen Mitarbeitervertrag. Wenn sie nach dem Abitur die Firma verlassen wollen, müssen sie ordentlich kündigen – und zwar mit der gesetzlichen Frist von vier Wochen. Weihnachten wird gefeiert wie in jeder anderen Firma auch: Geschäftspartner erhalten Weihnachtsgrüße, und die Mitarbeiter veranstalten eine Weihnachtsfeier. Beides wird durch GUP bezahlt.

Dank der fleißigen Akquise und der regen Beteiligung der Elternschaft wurden mit weiteren GUP bereits Volleybälle, Hockeyschläger, englische Wörterbücher, Schultrikots, Pausenspielgeräte, Hard- und Software, Landkarten oder Gesteinssammlungen für den Schulbestand angeschafft – natürlich nur, wenn im Vorfeld ein ordentlicher Antrag der Fachlehrer bei mk:return eingegangen war. „Es ist motivierend zu sehen, wie Schüler sich in der Schülerfirma engagieren, die im normalen Unterricht eher zurückhaltend sind“, freut sich Pöhl-Weber. Selbstverständlich wird dieses Engagement lobend auf dem Zeugnis erwähnt – und ist möglicherweise einmal der entscheidende Türöffner bei einem zukünftigen Arbeitgeber oder bei der Zulassung zum Studium. 

Der Erfolg jedenfalls spricht für sich: Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 war die Schülerfirma mk:return regelmäßig unter den ersten acht Plätzen im Sammelwettbewerb vertreten, im Jahr 2011 lagen die fleißigen Schüler sogar auf Platz 2.